So, 9. Mai 2010

Emotionale Verlängerung

Alemannia verliert am Tag der Abschiede 1:3 gegen Köpenick

Die 1:3-Niederlage der Alemannia gegen den Köpenicker SC wurde am letzten Spieltag der Volleyball-Bundesliga schnell zur Nebensache. Nach Spielende wurde es richtig emotional, als niocht nur verdiente Spielerinnen, sondern vor allem Manager André Schnitker und viele weitere, langjährige Helfer verabschiedet wurden.

Eine schnelle 6:1-Führung zu Beginn brachte viel Zuversicht in den noch einmal bestens gefüllten „Hexenkessel“ an der Neuköllner Straße. Beim 12:11 war die Angelegenheit im ersten Durchgang aber zunächst einmal wieder offen. Auch ein 19:12 brachte keine Sicherheit, Köpenick kam durch einen kraftvollen Angriffsball von Izabela de Oliviera erneut auf einen Punkt heran. Die letztmals von Alexandra Preiss angeführte Alemannia ließ sich jedoch nicht beirren und konnte schließlich mit dem ersten Satzball und einem 25:21 triumphieren. Die erste eigene Führung erspielten sich die Berlinerinnen im zweiten Abschnitt beim 4:3, und sollten diese auch nicht mehr abgeben. Beim 8:7 für den KSC hatte die Alemannia letztmalig Kontakt zu den Gästen, die über ein zwischenzeitliches 19:11 am Ende den Ausgleich feierten.

Köpenicks Sandra Sell war es, die mit einer gefährlichen Aufschlagserie für die Vorentscheidung im dritten Satz sorgte. Mit 9:2 waren die Gäste schon davon gezogen, beim Stand von 15:14 war es dann doch noch die Alemannia, die eine Führung bejubeln durfte. Mit viel Einsatz hatten sich die „Ladies in Black“ zurück ins Spiel gekämpft, für einen erneuten Satzgewinn langte es dann doch nicht: Mit dem 25:20 ging der Tabellen-Neunte nach Sätzen in Front. Ähnliches Bild in Durchgang Vier: Schnell musste die Alemannia einem deutlichen Rückstand hinterher laufen, beim 18:10 waren die Hauptstädterinnen bereits auf und davon. Jennifer Schräder in ihrem letzten Spiel war es, die Schwarz-Gelb noch einmal heranbrachte, auch Alemannia-Dauerbrennerin Esther Stahl konnte sich diagonal auszeichnen, sodass bei 18:20 aus Aachener Sicht noch einmal Feuer im Hexenkessel geschürt wurde. Einen Matchball wehrte die Alemannia danach ab, ehe endgültig ein Haken hinter diese Saison gemacht werden durfte. 25:22 und 3:1 für den Köpenicker SC hieß es nach fast zwei Stunden Spielzeit am Ende einer Spielzeit, die Aachen auf Tabellenplatz Zwölf beendet.

Einsatz und Wille stimmten während des gesamten Spiels bei der Alemannia. Vor allem Mareike Hindriksen, später zur Spielerin des Tages gewählt, zeigte, warum ihr unermüdlicher Einsatzwille das Spiel der Alemannia in den letzten Jahren immer wieder bereichert hat. Beide Trainer sprachen später jedoch von einem „Fehlerfestival“, die Anzahl der vergebenen Aufschläge und ungenauen Angriffsbälle war durchaus erheblich auf beiden Seiten. Für Aachens Trainer einer der ausschlaggebenden Faktoren für die Niederlage: „Wenn wir zwischendurch keinen Druck mit der Angabe erzeugen und die Angabe wackelt, kann es kein positives Endergebnis geben.“ Stefan Falter zeigte sich dennoch zufrieden mit dem Gezeigten und ließ dabei eine kurze Saisonbilanz anklingen: „Die Mädels haben noch mal gezeigt, was sie können. Schade, dass einmal mehr die Konstanz gefehlt hat, um auch am Ende erfolgreich zu sein. Das Problem hatten wir leider öfters in dieser Spielzeit“.

Insgesamt war es vor allem ein Tag des Abschiedes in der Neuköllner Straße: Jenny Schräder wird der Alemannia zukünftig als Jugendtrainerin erhalten bleiben. Mareike Hindriksen wurde in Richtung VfB Suhl verabschiedet. Kapitän Alexandra Preiss beendet ihre aktive Karriere und wird sich zukünftig ihrem Pilotinnenberuf widmen. Auch Esther Stahl, seit 2001 bei der Alemannia aktiv, sagte ebenfalls reichlich bewegt „Tschö“. Besonders das Ausscheiden der beiden Letztgenannten wiegt bei Fans und Verantwortlichen schwer. Den wohl emotionalsten Abschied feierte André Schnitker, Aachens unermüdlicher Manager und „Mädchen für Alles“. Alemannias „Mr. Volleyball“ will nach etlichen Jahren in der ersten Reihe nun kürzer treten und zieht sich aus dem Tagesgeschäft zurück, wird jedoch weiterhin als Hallensprecher sowie als Trainer der 4. Damenmannschaft fungieren. Auch seine Familie, bisher mit viel Einsatz hinter den Kulissen entscheidend am Spieltagsablauf beteiligt, verabschiedete sich bei dieser Gelegenheit unter vielen Tränen. Sie alle holten sich ihren verdienten Schlussapplaus und ein „Danke, Danke“ durch die Alemannia-Fans ab. Im Namen des Vorstandes fand Michael Leers bewegenden Worte, auch Abteilungsleiter Heinz Maubach schloss an und überreichte Geschenke. „Ich habe all das nicht wegen der Anerkennung gemacht, sondern weil es mir unheimlich viel Spaß gemacht hat. Aber wenn die Anerkennung dann kommt, ist es natürlich schön“, sagte Schnitker zum Abschied.

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