Passend zum Wetter zeigte sich der FC Augsburg eiskalt am Aachener Tivoli und brachte den Schwarz-Gelben die zweite Heimniederlage ein – die Alemannia unterlag den Gästen mit 1:3. Tobias Werner brachte die Augsburger in der 22. Minute mit 1:0 in Führung, ehe Nando Rafael kurz nach dem Wechsel die Führung ausbaute. Benny Auer verkürzte nach knapp einer Stunde, die Alemannia drängte auf den Ausgleich doch der FCA sorgte durch Bertram vier Minuten vor Ende der Partie für die Entscheidung.
Zu keinem Zeitpunkt der laufenden Saison war das Lazarett der Alemannia größer als vor der Heimpartie gegen den FC Augsburg. Neben Markus Daun, Florian Müller, Thorsten Burkhardt, Thorsten Stuckmann, Seyi Olajengbesi und Alper Uludag musste Trainer Peter Hyballa kurzfristig auch noch auf Thomas Zdebel verzichten. Zudem stand Thomas Stehle aufgrund seiner fünften Gelben Karte nicht zur Verfügung. Hyballa stellte daher auf ein 4-3-3-System um, in dem sich vor Keeper David Hohs die Viererkette mit Mirko Casper, Nico Herzig, Tobias Feisthammel und Timo Achenbach postierte. Auf der Doppelsechs vor der Abwehr begann der wiedergenesehne Kevin Kratz zusammen mit Manuel Junglas. Auf der zentralen Position startete Marco Höger. Im Sturm sollten Zoltán Stieber, Kapitän Benny Auer und Babacar Gueye für die nötige Offensivgefahr sorgen.
Die Alemannia fand gut ins Spiel. Stieber spielte auf der rechten Seite nach vier Minuten erstmals seine Schnelligkeit aus und bediente Auer mit einer Flanke, die Aachens Kapitän per Kopf nur knapp über die Latte setzte. Danach passierte lange Zeit gar nichts. Die Alemannia war bemüht das Spiel aufzuziehen, während die Gäste zunächst nur auf Konter setzten. Der erste Torschrei ging in der 16. Minute durchs Stadion, doch Schiedsrichter Seemann hatte Auer nach Flanke von Kratz im Abseits gesehen. Bei den Schwarz-Gelben ging viel über die rechte Seite, wo Stieber mit seiner Antrittsschnelligkeit für Gefahr sorgte. Seinen Distanzschuss hielt Simon Jentzsch sicher fest (18.).
Die Gäste aus Augsburg zeigten über 20 Minuten nichts, doch plötzlich gingen sie 1:0 in Führung: Nach einem Angriff über die rechte Aachener Abwehrseite fiel Thurk im Fünfmeterraum auf den Ball und leitete die Kugel in die Mitte weiter. Achenbach rettete noch auf der Linie, ehe die Kugel am zweiten Pfosten bei Tobias Werner landete, der mühelos ins leere Gehäuse traf (22.). Drei Minuten später dann fast sogar das 0:2, doch Rafaels Schuss aus knapp 18 Metern streifte am linken Pfosten vorbei (25.).
Insgesamt investierten die Jungs vom Tivoli deutlich mehr in das Spiel, doch es kam noch zu wenig dabei herum. Sowohl bei Junglas´ Schuss aus dem Hinterhalt als auch bei Auers Kopfball fehlte die letzte Entschlossenheit (32.). Sechs Minuten später versuchte sich Casper nach einer Hereingabe per Kopf, doch erneut fehlte gut ein Meter zum Ausgleich (38.). Die Hausherren hatten mehr Ballbesitz, mehr Feldanteile, doch sie konnten es nicht ausnutzen und gingen mit dem knappen 0:1-Rückstand in die Kabine.
Unverändert kamen beide Teams aus der Pause. Wie schon im ersten Durchgang gehörte erneut der Alemannia die erste Chance: Auer legte per Hacke ab auf Gueye, der nur knapp verzog (47.). Im Gegenzug stellte der FCA einmal mehr seine enorme Effizienz unter Beweis: Verhaegh spielte die Kugel auf Nando Rafael, der Herzig vernaschte und sicher zum 2:0 verwandelte (48.). Die Hintermannschaft der Alemannia machte es dem Gegner in dieser Situation erneut viel zu einfach.
Um ein Haar hätten die Schwarz-Gelben nur drei Minuten später die perfekte Antwort parat gehabt, doch Stiebers direkt ausgeführter Freistoß knallte nur an den rechten Pfosten – Jentzsch wäre chancenlos gewesen (51.). Dennoch: Trotz 0:2-Rückstand zeigten die Jungs von Peter Hyballa Moral und suchten stets den Weg nach vorne. In der 57. Minute wurden die Aachener endlich für ihren Einsatz belohnt: Gueye schickte Höger auf rechts, der die Kugel schön in den Rücken der Abwehr spielte, wo Auer zum Anschlusstreffer einnetzte – 1:2.
Die Schwarz-Gelben waren zurück im Spiel und auch die Stimmung von den Rängen war wieder da. Die Tivoli-Kicker blieben weiter am Drücker und drängten auf den Ausgleich. Kratz zwang Jentzsch mit einem Schuss aus der zweiten Reihe zu einer Parade (59.). Die Partie war nun insgesamt rassiger als im ersten Durchgang. Chancen gab es hüben wie drüben. In der 62. Minute hatte die Alemannia Glück, dass sie weiter mit elf Akteuren weitermachen konnte: Feisthammel holte Thurk auf dem Weg zum Tor unsanft von den Beinen und war mit einer gelben Karte mehr als gut bedient.
Die Alemannia setzte voll auf Offensive, Hyballa brachte Arslan für den ausgepumpten Kratz, um die zweite Saisonniederlage noch abwehren zu können. Augsburg beschränkte sich lediglich auf die Defensive, während die Alemannia unermüdlich anrannte, gegen das Abwehrbollwerk allerdings keine Lücke fand. Hyballa opferte in der 84. Minute mit Herzig erneut einen Verteidiger, um mit Juvhel Tsoumou den vierten Angreifer aufs Feld zu schicken.
Ein Entlastungsangriff reichte den Gästen, um der Alemannia vier Minuten vor Abpfiff den Knock-Out zu verpassen. Weil die Schwarz-Gelben die Kugel nicht aus dem Strafraum bekamen, bedankte sich der eingewechselte Sören Bertram mit einem Schuss aus der Distanz ins obere Eck – 1:3 aus Sicht der Alemannen. Auch der fünfte Angreifer – Ojamaa kam für Gueye in die Partie – brachte nichts mehr ein. Dank einer enormen Kaltschnäuzigkeit und der deutlich höheren individuellen Qualität entführte der FCA drei Punkte vom Tivoli.