Durch Kampf, Leidenschaft und eine spielerisch starke Leistung hat die Alemannia nach zuletzt vier sieglosen Spielen bei Rot-Weiß Oberhausen den zweiten Auswärtssieg der Saison eingefahren – die Hyballa-Elf ging im Niederrheinstadion verdient mit 2:1 als Sieger vom Platz. In einer ausgeglichenen ersten Hälfte sorgte Tolgay Arlsan kurz vor dem Pausenpfiff nach starker Vorarbeit von Timo Achenbach für die Führung der Schwarz-Gelben (45.). Thomas Stehle erhöhte fünf Minuten nach dem Wechsel nach einer Ecke per Kopf, ehe Oberhausen nach 55 Minuten durch Lamidi zum Anschlusstreffer kam. Für die Alemannia ergaben sich im weiteren Spielverlauf zahlreiche Chancen, das Spiel vorzeitig zu entscheiden, es blieb dennoch beim knappen, aber hoch verdienten Sieg blieb.
Um den tristen Monat November mit einem erfolgreicheren Dezember schnell zu vergessen, forderte Peter Hyballa von seinen Jungs in Oberhausen vor allem eines: Malochen. Im Vergleich zur 1:3-Heimniederlage gegen den FC Augsburg schickte Hyballa mit Aimen Demai, Thomas Stehle und Tolgay Arslan für Herzig, Casper und Gueye nicht nur drei neue Malocher aufs Feld, Alemannias Coach änderte auch das System vom 4-3-3 auf das angestammte 4-4-2. Vor Keeper David Hohs postierte sich die Viererkette mit Aimen Demai, Thomas Stehle, Tobias Feisthammel und Timo Achenbach. Vor der Abwehr startete Kevin Kratz, über die Außen kamen Manuel Junglas und Marco Höger. Hinter den beiden Spitzen Benny Auer und Zoltán Stieber durfte Tolgay Arslan auf der „Zehn“ wieder von Beginn an ran. Verzichten musste das Team auf Markus Daun, Thorsten Burkhardt, Thorsten Stuckmann, Seyi Olajengbesi, Florian Müller, Alper Uludag, Nico Herzig und Thomas Zdebel.
Ganz Deutschland versinkt derzeit im Schneechaos. Im Niederrheinstadion lief unter der Woche allerdings die Rasenheizung auf volle Touren, so dass der Platz von der weißen Schneedecke befreit werden konnte. Bei bitterer Kälte begannen beide Teams mit hohem Tempo. Auer verpasste in der vierten Minute einen Flankenball von Stieber. Drei Minuten später hatte der junge Ungar seine erste große Chance zur Führung, doch die Kugel setzte er nach einer Ecke mit seinem schwächeren rechten Fuß über das Gehäuse (7.). Die Alemannia fand gut ins Spiel, doch auch die Gastgeber versteckten sich nicht und kamen durch Moses Lamidi zur ersten gute Chance – Hohs musste nicht eingreifen (11.).
Nach einer Viertelstunde nahm das hohe Anfangstempo bei beiden Teams ein wenig ab, Spielkontrolle war auf beiden Seiten oberstes Gebot. Der Alemannia gelang dies etwas besser. Die Schwarz-Gelben nahmen die Zweikämpfe gut an und suchten stets den Weg nach vorne. In der 24. Minute war Auer nach einer flachen Hereingabe von Stieber einschussbereit, doch Oberhausens Hergesell klärte in letzter Sekunde vor Aachens Kapitän, der sich im Versuch, die sich bietenden Chancen zu nutzen, nun mit seinem Sturmkollegen regelrecht abwechselte. Wieder war es Stieber, der nach einer knappen halbe Stunde mit seinem direkten Freistoß an Pirson scheiterte (28.). Kevin Kratz holte sich nach einem Foul an Schönfeld seine fünfte Verwarnung, so dass er nächste Woche im Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf fehlen wird.
Oberhausens beste Torchance resultierte aus einer Standardsituation: Luz köpfte das Leder nach Freistoß von Kaya um Zentimeter neben den linken Pfosten (33.). Auch sechs Minuten später hatte die Alemannia Glück, dass Reichert einen abgefälschten Ball vor Hohs nicht mehr richtig erwischte (39.). Als sich die 22 Akteure schon auf den Pausentee freuten, schlug die Alemannia passend zum Wetter eiskalt zu: Einen Pass von Schönefeld fing Achenbach ab und marschierte über unwiderstehlich über die linke Seite. „Acki“ behielt die Übersicht und bediente Arslan mit einem wunderbaren Zuspiel, der Pirson keine Chance ließ – 1:0 aus Sicht der Tivoli-Kicker (45.). Die Alemannia belohnte sich in den Schlusssekunden des ersten Durchgangs für eine engagierte erste Halbzeit. Mit der verdienten Führung ging es kurz darauf in die Kabine.
Die Führung im Rücken gab der Alemannia in der Anfangsphase der zweiten Hälfte sichtlich Selbstvertrauen. Auer sorgte nach wenigen Sekunden für das erste Ausrufezeichen, als er mit seinem Hammer aus gut 22 Metern Pirson zu einer guten Reaktion zwang (47.). Nur drei Minuten später ließen die Schwarz-Gelben ihre gut 1.000 Anhänger erneut jubeln: Stieber brachte den Ball per Eckstoß in den Strafraum, wo Stehle die Kugel per Kopf mit voller Wucht aus kurzer Distanz zum 2:0 in den Winkel hämmerte – Alemannias erster Saisontreffer nach einer Ecke (50.).
Starke Partie, Zwei-Tore-Führung: Die Zeichen standen deutlich auf Sieg, und das auch, weil von Oberhausen nicht viel zu sehen war. Umso ärgerlicher, dass den Gastgeber nur fünf Minuten später der 1:2-Anschlusstreffer gelang: Nach einer Ecke verpassten gleich mehrere Aachener den Ball, so dass Lamidi am langen Pfosten die Kugel ins Gehäuse drückte (55.). Hohs faustete den Ball noch aus dem Kasten, doch der Ball war deutlich hinter der Linie.
Jetzt war es eine muntere Zweitligapartie. Wiederum nur fünf Minuten später hatten die Jungs von Peter Hyballa die riesige Chance, den alten Abstand wieder herzustellen: Junglas bediente Arslan mit einem Zuckerpass, der Deutsch-Türke legte vor dem Tor nochmals quer auf Auer, der erneut im letzten Moment durch Petersch entscheidend gestört wurde (60.). Als RWO das Spielgerät in der Vorwärtsbewegung verlor, ergab sich für die Alemannia die nächste Großchance, doch Stieber setzte den Ball knapp am rechten Pfosten vorbei (63.).
Gelegenheiten, den Sack zuzumachen, waren für die Aachener zahlreich vorhanden. Erneut kam Stieber nach 72 Minuten zum Schuss, doch Pirson packte sicher zu. In der Schlussviertelstunde versuchte sich auch RWO nochmals in der Offensive. Der eingewechselte Ex-Alemanne Krontiris probierte es mit einem Schlenzer gegen Hohs, der Keeper hielt sicher (77.). Auf der Gegenseite hätte der eingewechselte Gueye alles klar machen können, doch Pirson klärte zur Ecke.
Oberhausen fiel durch einen Platzverweis von Mike Terranova zum Schluss negativ auf – Terranova holte Stehle mit einem Frustfoul brutal von den Beinen. Die drei Punkte gingen am Ende verdient auf das Konto der Aachener, die jetzt 20 Punkte aufweisen.